Archive for März, 2011

Wein und Wissen

Jochen Krieger bietet in seinem “Wein Vergnügen” in Wuppertal nicht nur Wein, sondern auch das Wissen dazu. Und das mit dem größten Vergnügen - für seine Gäste und für ihn.

Wein genießen - das ist nicht der erste Gedanke, der einem Bergischen zu Wuppertal einfällt. Jochen Krieger (70) will das ändern. Nicht missionarisch, sondern mit Vergnügen. Seit dem 2. November 2010 offeriert er am Laurentiusplatz vergnügliche Weinabende mit den passenden Weinen. “Ich habe meine Weinlounge ‚Wein Vergnügen’ genannt”, sagt er. Das werde getrennt geschrieben, weil Wein sehr stark mit Gefühlen verknüpft sei - er bereite Vergnügen. Vor allen Dingen ihm - dem Remscheider und ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter einer Werbeagentur, jetzt im Ruhestand.

Qualifizierter Weindozent

2011 01 12 Wein-Krieger

Der Weg zum Weinexperten war für ihn kein schwieriger: Krieger wohnte neun Jahre lang in einem Winzerdorf in der Pfalz. Dort lernte er nicht nur viel über den Wein, sondern ihn auch lieben. Wein mit allem, was dazu gehört, wurde zu seinem Hobby. Was lag also näher, als im Ruhestand sein Wissen noch zu vertiefen und zur Berufung zu erklären? Er qualifizierte sich am Deutschen Weininstitut zum Weindozenten, bildete sich in Degustationsseminaren weiter und bereiste die wichtigsten Weinbauregionen Europas. Seit ein paar Jahren lehrt er an den Volkshochschulen in Wuppertal, Remscheid und Solingen “Weinkultur und Weinvergnügen”.(Foto: Jochen Krieger)

Er liefert darin einen Einstieg in das Kulturwissen um den Wein. Das sei gut für alle, die den Wein nicht nur trinken, sondern dabei auch mitreden wollen, und natürlich für diejenigen, die passende Weine für entsprechende Gelegenheiten auswählen müssen. Er habe festgestellt, dass der Bergische Nachholbedarf in Sachen Wein habe, sagt er.

Nicht nur “Göttertrank”

Deswegen bietet er im “Wein Vergnügen” eine Bandbreite unterschiedlicher Themen an, die verblüfft. Nicht nur, dass er selbst die 1 000 Kilometer des Jakobsweges von Lourdes bis Santiago de Compostela gepilgert ist und über die Weine entlang dieses Pilgerpfades sehr viel erzählen kann - in seinen “Wein Events” geht es auch um solche schmackhaften Themen wie Mess- und Altarweine, gesunder Wein, Weine wie Blumen (Rosen, Veilchen, Maiglöckchen) für Nase und Gaumen, Sherry, seltene Reben, Wein in der Literatur und Musik (”Göttertrank”) sowie Weine aus Afrika.
Natürlich kredenzt Jochen Krieger dazu die entsprechenden Kostproben. Er erzählt von seinen Weinabenden blumenreich und mit launiger Stimme. Allein die Ankündigung der Events fasziniert. Mehr noch - das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Alle Termine gibt’s stets aktuell auf seiner Internet-Seite Wein-Vergnügen. Ein allgemeiner Tipp des Weinexperten sei bereits jetzt verraten: Regeln wie “Weißwein zu Fisch” seien Quatsch, sagt er. Er empfehle einen schweren Weißwein auch zu einem dunklen Braten.

Grandioser Gitarren-Jazz mit Ali Claudi

Weiberfastnacht hin, Weiberfastnacht her - für die Jazzfreunde war die Jazz Session im Bistro Katt am 3. März eindeutig die bessere Wahl. Kein geringerer als Ali Claudi (68), einer der nachhaltigsten Gitarristen in der deutschen Jazzszene, spielte zur Freude aller Besucher erfrischenden und doch zeitlosen, virtuosen und gefühlvollen Jazz auf seiner fetten Archtop-Gitarre.

Ali und die Gitarre

Ali Claudi-Klein

Ein echtes Sahnestück, wie er mir nach dem Konzert erzählte. Kein Wunder, hat sich Ali Claudi auch als “Tuner” der dickbauchigen Archtop-Gitarre einen Namen gemacht. Mit nur einem Tonabnehmer und lediglich mit Lautstärkeregler ausgestattet, wurde die Gitarre wie Wachs in seinen Händen. Das Gefühl, als wolle sie ihrem Meister beinahe devot zu Willen zu sein, ließ Licks und Läufe, Harmonien und Rhythmik zu einem Ganzen verschmelzen - ein sinnliches Erlebnis. Zusammen mit dem fantastischen Hans-Günther Adam (Hammond Keyboards nebst Pedalbass) und dem in der Umgebung bestens bekannten Schlagzeuger Michael Krautstein - immer ein guter Tipp für jede (Jazz-)Session - lieferte Ali Claudi ein grandioses Jazz-Trio-Konzert ab, das noch lange in der Erinnerung der Wermelskirchener Jazzfreunde bleiben wird. (Foto: Günther Krol)

Musik zum Anfassen

“Die Atmosphäre hier im Katt Bistro ist fantastisch und inspirierend”, sagte Ali. Das war zu hören. Er erreichte mit seinem Spiel und seiner Stimme auch die Ohren fernab jeglichen Jazz-Elitebewusstseins. Die Interpretation solcher Dauerbrenner wie “Georgia on My Mind” (Hoagy Carmichael) und - natürlich - “Take the A-Train” (Billy Strayhorn) zeigten, wie er es schaffte, alle Besucher zu begeistern. “Ich spiele für die Zuhörer, nicht für die Musiker”, erklärte er sein durchgängiges musikalisches Konzept. Und wahrlich: Keine ins Harmoniegerüst hineingepressten Fingerbrech-Akkorde blockierten schräg-künstlerisch wie ein einbetonierter Gartenzaun den Weg der Melodien, sondern hier und da glitt ihm ein “normaler” Septimenakkord vom Griffbrett, der jedem Gitarrenschüler nach den ersten Gehversuchen auch gelingt. Musik zum Anfassen, wie geschaffen fürs Bistro Katt.

Blues-Wurzeln

Claudis musikalische Wurzeln gründen im Blues. Das war zu hören. Die Band begann mit einem Blues, und ein Blues beendete auch ihr Konzert. Der Gitarrist kennt sich nach eigenen Worten in allen Stilrichtungen des Jazz aus und ist im Laufe seiner über 5000 Konzerte mit vielen internationalen Jazzgrößen aufgetreten. Und jetzt hat er also auch in Wermelskirchen gespielt. Da ist Jazzsession-Organisator Michael Regenbrecht ein ganz großer Wurf gelungen.

Weitere Termine

27.3. Mühlheim Kloster Saarn 19.30 Uhr
7.4. Rheydt Vitrine Schmölder Park 19.30 Uhr
23.4. Düsseldorf, Aachener Platz - Trödel 11.30 Uhr
24.4. Hamm, Louis Bar Oststr 14 12.00 Uhr

Lesung und Leckeres in Burscheid

Krimi-Lesung aus “Der geschmackvolle Tod” mit anschließendem italienischen Genießer-Menü

Lesung

Bernd Geisler 1-klein

 

Wann: Samstag, 19. März, 19 Uhr
Wo: Buchhandlung Ute Hentschel - Burscheid
Eintritt: 5 Euro

 

Foto: Nico Hertgen

Anschließend Leckeres - Menue für Mordshungrige

Wo: La Cantina, Hauptstraße 26, direkt neben der Buchhandlung
Wann: 20 Uhr

Was: Menu mit den Speisen aus dem Roman “Der geschmackvolle Tod”:
Antipasti-Teller, Orecchiette, Lammfilet, Lachs-Cannelloni, Schnitzelröllchen auf Tomaten- Sahne-Sauce, Tiramisu, Erdbeeren mit Pfeffer, Creme Mofetta…

Der Menuepreis inkl. Wasser (0,75l) und Wein (0,5l) beträgt EUR 40,-

Bitte unbedingt anmelden! Für das Menue gibt es nur eine begrenzte Anzahl Plätze!