Archive for September, 2009

Anleitung gegen die Angst

Daniela Arnold und Elisabeth Buchner erzählen in ihrem Bilderbuch, wie der kleine Peter seine Angst überwindet

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Warum ist es so schwer, sich an Einzelheiten seiner Kindheit zu erinnern? Je länger sie zurückliegt, desto blasser werden Bilder, Eindrücke und Erlebnisse. Vermutlich ist es nicht nur pure Vergesslichkeit, die die Kindheit wie mit Nebelschwaden verhüllt. Manches Grässliche verschwindet in der Versenkung, um nicht als erdrückende Last ein ganzes Leben lang mit herumgeschleppt zu werden. Neugier und grenzenlose Phantasie färben die Welt des Kindes zuweilen von dunkel bis gruselig. Nichts gegen diesen kindlichen Horror - wenn er denn aufgelöst wird. Wie es zum Beispiel Daniela Arnold (Text) und Elisabeth Buchner (Illustrationen) in dem Buch “Mit Peter und seinem Engel durch die Nacht” bewerkstelligen.

Mit dem Engel unterwegs

Ihre Hauptfigur, der 4-jährigen Peter, geht seiner Angst mithilfe eines Engels selbst auf den Grund. Schön, wie die Autorinnen beschreiben, dass logische Argumente Kinder nicht immer überzeugen können.
Peter fürchtet sich vor dem wedelnden Schattengespenst, wenn er abends allein in seinem Bett liegt. Es seien nur Zweige, die der Wind bewegt, erläutert die Mutter und lässt Peter mit seiner Angst vor dem Einschlafen alleine. Da muss sich das kindliche Gemüt selber helfen. Die Rettung kommt in Gestalt des stets schmunzelnden und lächelnden Schutzengels. Er erklärt Peter jeden zweifelhaften Schatten und jede dunkle Ecke.

Freiraum für Phantasie

Die Bilder des Buches sind hierfür eindrucksvoll geeignet: klar, eindeutig und mit leuchtenden Farben. Gleichwohl bleibt noch genügend Freiraum für Phantasie. So lernt der Knirps - und mit ihm hoffentlich auch die kindlichen Benutzer des Buches -, dass hinter den vielen Schrecken in der Nacht ganz natürliche Vorgänge stehen. Während Peters Mutter sie nur beschrieben hat, zeigt der schlaue Engel ihm, wie die Welt mit Kinderaugen begreifbar wird.

Eltern lesen und erklären

Das sollte auch ein Autor tun: Nicht beschreiben, sondern zeigen. Bei diesem Buch müssen das die Eltern übernehmen. Am besten, sie betrachten und lesen das Buch zusammen mit ihren Sprösslingen.
Die Geschichte ist gedacht für Kinder von drei bis sechs Jahre. Sie werden Fragen stellen. Woher kommt der Engel? Hat Peter alles nur geträumt? Oder gibt es den Glitzerstein wirklich, den der Engel ihm zurückgelassen hat? Peters Eltern verweisen seine Erlebnisse in das Reich der Träume. Sie sind erwachsen. Für sie gibt es nur, was auch sein darf. Für Mama und Papa in der realen Welt wird’s anstrengender. Sie sollten nachdenken. Sie können mit Peters Erlebnissen ihre Kleinen an die Hand nehmen, um ihnen die Welt zu erklären. Vielleicht steigen dabei längst vergessen geglaubte Erinnerungen hoch. Ein gute Gelegenheit, gleich mit ein paar übrig gebliebenen Baustellen aus der eigenen Kindheit aufzuräumen.

“Mit Peter und seinem Engel durch die Nacht”
Autorin: Daniela Arnold
Illustrationen: Elisabeth Buchner
Verlag: Dreambook Verlag, Internet:www.dreambookverlag.com
ISBN: 978-3-941974-00-5 (Hardcover)
ISBN: 978-3-941974-01-2 (E-Book)
ISBN: 978-3-941974-02-9 (Hörbuch)
Preis: 12,90 € (Hardcover); 8,90 € (E-Book); 12,90 € (Hörbuch)
30 Seiten, 14 Illustrationen
Format: Hardcover gebunden 297×210 mm
Altersempfehlung: Kinder von 3-6 Jahre

Erscheint am 01. November 2009

Nothing but the Blues

Der folgende Text erschien - ein wenig gekürzt, mit anderem Titel und mit einem anderen Bild - in der Remscheider Bergischen Morgenpost.

“Das ist das erste Mal, dass ich gehörte habe, dass eine Truppe Henrik Freischlader gecovert hat - geil!” Dieser Ausruf des Entzückens kam niemand anderem über die Lippen als Michael Dierks, Wermelskirchener Blues-Papst und Initiator der monatlichen Blues-Session im “Bistro Katt”. Seine Bewunderung galt dem Remscheider Power Blues-Trio “Bootless”. Gitarrero Dietmar Weber (45), Drummer Kai Landau (42) und Bassist Thomas Wischt (49) hatten sich mit vier Stücken - darunter “The Blues” von der bergischen Blues-Koryphäe Henrik Freischlader - für den Opener bei einer der nächsten Blues-Sessions beworben.
Das Publikum reagierte begeistert. Nicht zu unrecht: Die drei Remscheider sind Musiker durch und durch. Sie drückten ihren Stempel auf den Sound von Bands wie Hapu & Friends, seeyou, Jokebox, Reunion sowie Heart Beat und Drop Out. Und jetzt hat sie seit Anfang des Jahres die Wurzel aller Rockmusik - der Blues - unter seine Fittiche genommen. Und es scheint so, als hätten die Drei nur darauf gewartet. Ihr Sound dringt aus den Boxen mit energischem Druck, kompromisslos und mit viel Gewicht und Gefühl. Gespür fürs Erdige und Echte ist auch dabei. Und egal, welches Stück sie spielen - ob Cover oder Eigenkomposition - sie bleiben authentisch bis in die Obertöne. Die “Blue-Notes” dringen durch in tiefere Körperregionen, und so manche Haarspitze richtet sich auf: Gänsehaut-Feeling pur. Logisch, dass sie bekanntere Stücke, darunter “Cocaine” (Clapton), “Sharp Dressed Man” (ZZ Top) und “Mary Had A Little Lamb” (Stevie Ray Vaughn), so zurechtbiegen, als seien sie aus ihrer Feder geflossen. Aber auch jazzigem Robben Ford (”Nasty Habits”) oder gängigen Rock-Nummern wie “Sweet Home Alabama” (Lynyrd Skynyrd) zollen sie wenig Respekt: Wo live “Bootless” draufsteht, ist auch “Bootless” drin.IMG01564

“Wir spielen ehrlich und direkt”, sagt Dietmar, “aber halten uns nicht an alten Zöpfen fest.” Ihre Musik sei “Modern Blues”, betont die Band, wenn sie sich auch nicht in eine starre Schublade pressen lassen will. Blues habe viele Facetten. Der Blues gibt ihnen den Freiraum, stets in Bewegung zu sein, ohne dass der Gesamtsound darunter leidet. Thomas zögert nicht, den “Slap-Daumen”einzusetzen, um seinen 5-Saiter zur rechten Geltung zu verhelfen.
In Dietmars Solos hält sich so mancher Fusion-Lick versteckt, und Kais Drive ist vom standard Blues-Shuffle soweit entfernt wie ein Triangel von einer Bass-Drum. “Bootless” wird spätestens im Frühling 2010 im Katt Bistro zu hören sein. Wer’s bis dahin nicht erwarten kann: Am Samstag, 3. Oktober, lässt es das Trio im POM bei freiem Eintritt ordentlich krachen: Umsonst und unüberhörbar.
Foto per Handy im Proberaum (Sorry für die schlechte Qualität!)
Kontakt: www.bootless-blues.de

Jede Pause hat auch ihren Sinn

Nach einer Atempause und anschließender herrlicher Zeit auf Sylt, an der Ostsee und in Edam geht’s jetzt bald wieder weiter.

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Foto: Sonnenaufgang vor dem Krankenhaus Wermelskirchen

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Fotos von Sylt

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Fotos von Zingst, Ostsee

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Fotos von Holland