Am 20. Oktober gab’s wieder mal die berühmte Jazz-Night - Jazz, Soul, Blues, Rock´n´Roll - im Allee-Center. Hier mein Artikel, erschienen am 22. Oktober in der Lokalausgabe Remscheid der Rheinischen Post, Remscheider Stadtpost. Die Fotos sind nicht erschienen. Sie hat Sebastian Eichhorn privat geschossen.
Riesen-Party unter der Kuppel
Am Anfang steht Verwirrung. Elf Bands, vier Bühnen, vierzehn Gerichte, Getränke und Gedränge. Klotzen statt kleckern. Spitzen-Künstler, Spitzen-Essen, Cocktails, Sekt, Wein und Bier. Entscheidungen sind gefordert. Erst Musik oder erst Mampfen? Erst etwas auf die Ohren oder lieber auf die Leber? Erst Bons. Ohne die geht nichts rein in den Magen. Dann Bier. Ohne das geht nichts rein in die Ohren. Dann Musik. Die erste Bühne heißt Treffpunktbühne.
Bandwechsel. Also weiter zur Zentralbühne. Nur Soundcheck.
Aus Richtung Mall klingt’s latinomäßig. Also hin. Und dort weg. Hin und weg. Olvido Ruiz Castellanos und ihre Begleitung singen und spielen “Oye como va” von Santana im Karibik-Feeling. Leider fehlt die Gitarre, aber die Frauen bewegen sich himmlisch. Auch die Besucherinnen vor der Bühne. Sie wiegen sich in den Hüften wie ein Palmwedel im lauen Lüftchen. Ihre Partner wissen nicht, was sie machen sollen. Mittanzen, natürlich! Aber Mann ist steif und stur und holzig. Sein Blick schweift zum Zigarrenstand. Dort dreht die glutäugige Mary Carolina Hanf aus Venezuela dicke, fette Zigarren. Sie spricht kaum Deutsch, Englisch auch nicht. Aber diese Augen! Und der Rest! Da könnte sogar ein militanter Nichtraucher zur Zigarre greifen. Weiter geht’s zur Brunnenbühne.
Sascha Klaar und seine Show starten. Los geht’s mit “You are my sunshine”. Und schon singt alles im Chor. Bereits beim ersten Song! Wahnsinn. Mittendrin trällern die Leute auch mal a capella. Dann Sascha: “Wo sind eure Hände?” Die Menge klatscht den Rhythmus. Sascha beginnt zu schwitzen. Sein Gitarrist dudelt das erste Solo. Im Gang ist jetzt kaum ein Durchkommen. Langsam, ganz langsam kommt die Zentralbühne ins Gesichtsfeld. Auch hier: Leute über Leute. Sänger Rolf Stahlhofen stellt die Musiker vor, dann rockt “4Generations of Soul” ab.
Im zweiten Song - einem messerscharfen Funk - löst Natascha Wright mit ihrer weichen, aber druckvollen Soulstimme einen Begeisterungssturm aus. Sofort beginnt jeder Fuß, jede Hüfte, jeder Kopf im Takt der Musik zu zucken. Männer rudern mit den Armen. Der Gitarrist auf der Bühne vergewaltigt sein Wah-Wah. Dann entert Faix, ehemaliger BroSis-Sänger, die Bühne und legt los mit Stevie Wonders “Superstition”. Die Bänke am Rande des Ganges verwaisen. Die Leute stehen mit dem vollen Teller in der einen und dem Bier- oder Weinglas in der anderen Hand und zappeln mit. Bei Sascha Klaar sieht es nicht anders aus. “Rockin’ all over the World” tobt durch die Luft. Vor der Bühne rudelt die Menge. Sascha hat ein rotes Handtuch um den Hals. Was passiert derzeit auf der Treffpunktbühne? Weg vom Rock ‘n’ Roll, hin zum New Orleans-Jazz. Rod Mason’s Hot Five bringen Jung und Alt zusammen. Die Party läuft auf vollen Touren.
In der “Vaillant Nacht der Kultur” hetzte ich von Ort zu Ort. Hier mein Artikel in der Remscheider Stadtpost vom 29. Oktober. Offizielle Bilder dazu gibt’s hier: www.rp-online.de/public/bildershowinline/regional/bergischesland/remscheid/nachrichten/remscheid/28296.
Zwischen Traum und Realität
Manchmal macht Kultur Mühe und müde. Weniger aufgrund des anstrengenden intellektuellen Niveaus, mehr angesichts eines engen Zeitplans. Der Kulturbeflissene, der sich frohgemut in die “Vaillant Nacht der Kultur” stürzt, hat die Qual der Wahl. 24 Veranstaltungen in der Innenstadt mit detaillierten Zeitpl
änen. Da mutiert das steinzeitliche Hordenfeuer von der Kult-Ur-Stätte über die moderne Kultur-Stätte zur postmodernen Kult-Uhr-Stätte: Die Zeit bestimmt die Kultur-Kost. Also rein ins Kultur-Getümmel.
Start in der Ausstellung “Idylle, Traum und Wirklichkeit” der Städtischen Galerie. Interessante, informative Führung. Viel gehört, viel gesehen, wenig gewundert. Oft plakative und flache Umsetzungen des Themas. Das Naheliegende zum Gegensatz zwischen Realität und Sehnsuchtsraum feiert Triumphe, wie Tom Hunters Fotos oder Michael Samuels “Slow Down” - ein winziges Eiland im endlosen blauen Meer. Schön und nachdenklich dagegen die Zeichnungen “Suicide Girl” von Douglas Kolk. Noch kreisen sie im Kopf, da bleiben die Augen kleben an den flächigen Bildern in der Ausstellung “Sandmeer” der Ost-Friesin Maggie Luitjens in der Kunst-Etagen-Galerie Gerd Wroblowski. Die Künstlerin sitzt müde in einer Ecke, vielleicht schon abgeschlafft von zu vieler Kunstkunden-Kulturkommunikation. Ein mit ihr begonnenes Gespräch bleibt hölzern wie ein zerbrochener Besenstiel auf halben Wege stecken. Schade, bei diesen schönen Bildern. “Ich male, damit die Phantasie des Betrachters geweckt wird”, sagt sie. Ah ja. Aber die Häppchen sind lecker.
Ebenso schmackhaft munden die kleinen Schnittchen zum Caipirinha beim Atelierfest in den Räumen “chmileski Fotografie”. Beeindruckende Fotografien des Meisters und innovative Dia-Show von Linus Lohoff, brutal durchs Fenster geschossen auf die gegenüberliegende Hauswand. Wunderbar. Wenig aufregend dagegen Peter Darius Szkatulas musikalische Selbstinszenierung.
Und schon wird’s Zeit für Hofstetters Lichtkunst am Rathaus. Sie entpuppt sich als Vergewaltigung der Rathaus-Front zur flachen Dia-Leinwand. Flaches Rathaus, flache Show. Im Zeitalter blitzender Laser-Animationen und perfekt choreografierten Feuerwerks erzeugen die bunten Bilder von Blättern, Fischen und Spinnen - Röntgens durchleuchteter Frosch ist auch dabei - zur aufdringlichen Meditations-Musik nur lange, müde Gesichter. Müde Kunst macht matt. Das warme Bettchen wartet schon.
Foto: Sebastian Eichhorn
Kurt Fuchs verzog seinen schmallippigen Mund zu einem angedeuteten Lächeln. Er hatte bemerkt, dass Anne die Augen geöffnet hatte.
Download hier (mp3, 10,2 MB, 22:11 Min.): ergo sum - Der Roman - Folge 6
Nachdem ich soeben Bekanntschaft bei www.mercedes-bunz.de mit www.last.fm (sehr interessant!) gemacht habe, habe ich gemerkt, dass mein beinahe 10 Jahre alter Rechner nur noch mit hängender Zunge und schlappen Kniekehlen vorankommt.
Ein greiser AMD-K6 werkelt hier in seinem Umfeld von 512 KB. Er springt bei viel Javascript offensichtlich im Dreieck.
Und dabei benutze ich schon Opera anstatt den mittlerweile doch recht aufgeblähten Firefox!
Also muss eine neue Rechner-Büchse her. Aber auf die Schnelle ist eine fixere IT-Maschine bei mir nicht mal eben so drin.
Also heißt es Sparen. Oder gibt’s vielleicht Sponsoren, die Herz für mich haben?
Damit in Zukunft auch Blog und Roman schneller um die Ecke kommen.
“Egal, welche Hautfarbe oder Religion jemand besitzt:”, sagte Regisseur Uwe Boll einleitend bei der Vorschau seines Filmes “Postal”. “Jetzt gibt’s was auf die Zwölf!”. Wahrlich, der ehemalige Boxer und umstrittene Filmemacher hatte Recht. Dieser als Satire angekündigte Streifen (FSK 16) des mit trashigen Videospiel-Verfilmungen bekannt gewordenen Filmemachers trifft den Besucher wie ein Schuss in den Intimbereich. Womit wir schon beim Thema sind. Boll lässt nichts aus, um die Leute auf die Palme zu bringen. Er benutze alles, bekundete er, “um auf die beschissenen Zustände in der Welt aufmerksam zu machen”: Von ultra-blöden Taliban-Kämpfern über noch dämlichere christliche Sektenanhänger, betrügerische, sex-geile, verfettete Ehefrau, schießwütige Polizisten, Nazi treue Deutsch-Amerikaner, infantile Bürgerwehr bis zum dummdreisten Georg Bush, der mit dem durchgeknallten Osama bin Laden gemeinsame Sache macht. Prollig wie SAT1-Hausmeister Krause, nur viel, viel böser, blutiger und begabter, wedelt der Streifen mit dem politischen Schwanz von Krauses Dackel Bodo, um durch krasse Szenen das politische Bewusstsein wachzurütteln.
Der Regisseur, in Wermelskirchen geboren mit einem Hang zur Heimat, nimmt sich auch selbst auf die Schippe. In Lederhose und mit Seppelhut bekennt er in einer Szene freimütig: “Ja, ich habe meine Filme mit Nazi-Gold gedreht!”. Kurz danach sieht der noch lachende Besucher in Großaufnahme, wie Kinder ins Kampfgetümmel geraten und reihenweise erschossen werden. “So etwas nennt man dann Opfer unter der Zivilbevölkerung”, sagte Boll dazu. Es gehöre nur nicht zum guten Ton, darauf aufmerksam zu machen. Er sieht den Film als krasse Karikatur. Anschließend steigt die Reporterin im Business-Kostüm naserümpfend über die Leichen: “Sie beginnen zu riechen.” Wem “Das Leben des Brian” gefiel, kann sich bei “Postal” köstlich amüsieren. Ob es jedoch gelingt, mit der gewollten Aufregung über den Film Entsetzen über die Zustände in der Welt hervorzurufen, bleibt fraglich.
Ab 18. Oktober im Kinopolis, Leverkusen.
Fotos: Uwe Boll
Betriebsfeste sorgen für gute Stimmung im Unternehmen. Doch nur, wenn Planung und Durchführung rechtzeitig ineinander greifen, flattern die Fahnen des Erfolges. Dabei findet sich im Bergischen Städtedreieck auch Platz für Außergewöhnliches.
Hier mein Artikel im IHK Magazin Bergische Wirtschaft, Oktober 2007 (PDF, 400 KB):
Friede, Freude, Firmenfest
Neulich habe ich festgestellt, dass ‘ergo sum’ auf iTunes im Spotlight unter Podcasts, Kategorie Kunst, Literatur, empfohlen wurde. Der Link für iTunes ist phobos.apple.com/WebObjects/MZStore.woa/wa/viewPodcast?id=264774404
Manchmal erscheint ‘ergo sum’ in iTunes aber nur in der Auflistung aller Podcasts, manchmal findet er sich sogar nur über die Such-Funktion (oben rechts). Was innerhalb iTunes passiert, ist mir ein Rätsel.
Kann mir jemand darüber Auskunft geben? Nach welchen Kriterien geht die iTunes-Redaktion vor?
Auf die Antwort freue ich mich jetzt schon!
Etwas sehr, sehr Schweres drückte Lenas Brust zusammen. Sie wollte es wegstoßen, konnte aber ihre Hände nicht bewegen…
Download hier (mp3, 7,2 MB, 15:42 Min.): ergo sum - Der Roman - Folge 5