“ergo sum” hat irgendwann in dieser Nacht die Schallmauer von 100 000 Downloads durchbrochen! Wunderbar! Der Roman ist keine zweieinhalb Jahre alt.
Genau: Alle 41 Folgen landeten insgesamt 100 019 Mal irgendwo auf einen Computer oder MP3-Player. Natürlich ist das für Internet-Dimensionen nicht besonders aufregend. Gleichwohl: Das hätte ich nie gedacht!
Mit dem Ausgang dieses Experiments bin ich höchst zufrieden.
Klar, man merkt dem Audio-Roman schon an, dass ich ihn oft nachts direkt aus dem Bauch ins Internet gestellt habe. Gleichsam herausgekotzt, ganz alleine, ohne externes Gegenlesen, betriebsblind.
Aber das musste sein, und ich freue mich darüber, dass so viele Hörer mitgegangen sind. Wie viele sich tatsächlich jede Folge reingezogen haben, weiß ich natürlich nicht.
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Das hatte Anne am wenigstens erwartet! Natürlich kannte sie die Stimme. Trotz des Telefonlautsprechers. Diese Stimme konnte sie niemals vergessen. Sie würde sie noch nach Hunderten von Jahren wiedererkennen.
Zu spät! Mit dem nächsten Schritt stand Robert an der Tür, fand zielsicher mit seinem Stock den dicken Knopf zur Betätigung der Feuerlöschanlage und drückte ihn mit einem gezielten Stoß in die Arretierung. Eine Alarmsirene heulte auf.
Es ist so schwer, sich daran zu gewöhnen, dachte Nummer Sieben und achtete sorgfältig darauf, die Türklinke geräuschlos herunterzudrücken. Seine gichtigen Finger mit den Enden einer Vogelkralle hatten Mühe, nicht vom glatten Metall der Klinke abzugleiten. Aber es durfte kein Geräusch machen!
Annes Daumenballen drückten ihre Lider samt Augäpfel in die Augenhöhlen. Es ist ein furchtbarer Albtraum, dachte sie. Und ich werde nicht wach! Ich schwimme und rudere, und es zieht mich dennoch immer tiefer nach unten.
Sie nahm die Hände aus dem Gesicht. Die Finger glänzten feucht.
Erik beugte sich zu Mayuko und hielt ihr das Glas an die Lippen. “Lass’ das!”, sagte der zweite Ordner. “Wir haben keine Zeit.” Er stand in der Hüttenöffnung, hinter sich die Trage. Erik ließ sich nicht stören. Er sah, wie Mayuko gierig versuchte zu trinken, aber ihre geschwollene Zunge versperrte dem Wasser den Weg.
Was ist das?, dachte Jan. Ein Kratzen wie Füße im Todeskampf, ein Scharren wie zerschundende Hände, die vergeblich nach Halt suchen; das Schrammen von Kopfhaut über rissigen Beton. Es klang nicht gefährlich; Jan spürte keine Bedrohung, eher erschien es ihm wie ein weit entfernter Hilferuf. In CHoIR hört niemand deinen Schrei, dachte er. Wie im Weltraum.
“Wie? … Wer? … Ist es?” Anne sah Scott mit großen Augen an. Er war in die Hocke gegangen, um ihr aufzuhelfen. Anne fasste sich mit einer Hand an die Stirn. Hatte sie Fieber?
Jan fror. Er verkroch sich tiefer in die Bettdecke, schlang die Arme um seinen Oberkörper und zog die Beine an. Aus Gewohnheit strichen die Finger seiner rechten Hand beruhigend über seinen linken Oberarm und suchten ein Muttermal. Die Finger strichen ins Leere. Die Haut fühlte sich an wie die Haut eines Säuglings - glatt und weich und makellos.
Kaum hatte Jan die Tür zum Bienenstock geschlossen, hörte er Sirenen. Er konnte sich denken, was es bedeutete…