Swinging Ehringhausen – Jazz fürs Gemüt

Der Swing der 1930er und 1940er Jahre regierte wieder einmal die Hausbrauerei Richard Becker in Ehringhausen. Diesmal mit dem „Sophisticated Jazz Quartett“.

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Nikki Parrott in Aktion

„Swinging Ehringhausen“ – die Reihe exquisiter Jazz-Events des Veranstalters Peter Bornemann – katapultierte sich diesmal mit dem „Sophisticated Jazz Quartett“ wie schon so oft hinein in olympische, musikalische Gefilden. Ohne Zweifel, Bornemann traf auch diesmal wie eh und je den Geschmack der Jazz-Kenner, -Genießer und -Freunde: Das Quartett um Engelbert Wrobel (D, Klarinette, Saxofon) mit Dan Barrett (USA, Posaune, Gesang), Paolo Alderighi (I, Piano) und Nicki Parrott (AUS, Bass, Gesang) hatte sich auf die Musik von Größen wie George Gershwin (1898-1937), Cole Porter (1891-1964) oder auch Erroll Garner (1923-1977) eingeschossen und lieferte ein Stück nach dem anderen in bester Wohlfühlqualität.
Immer wieder verließen Gäste im proppenvollen Gastraum ihre Sitzplätze mit lecker duftendem Essen, um ganz nah die Band in Augenschein zu nehmen. Und – sagen wir‘s mal ganz ehrlich – darunter viele Männer, die sich der attraktiven Bassistin Nicki Parrott ganz mit Augen und Ohren widmeten. Sie wandelte sich von der anfänglich zarten Zupferin im Laufe des Abend zur unterschwellig dominierenden Persönlichkeit. Die Blonde im kleinen Schwarzen hauchte im besten Marilyn Monroe-Stil („I Wanna Be Loved By You“) Frank Sinatras Schmusehit „I’ve Got a Crush on You“ von George Gershwin ins Mikrofon und zupfte dabei so subtil anschmiegsam den Bass, dass zunächst ergriffene Stille den Raum beherrschte, dann sich flüsterndes Erstaunen breit machte und am Ende anteilnehmender Beifall aufbrauste.
Mittendrin fügte Dan Barrett nahtlos zur Stimmung ein Posaunensolo ein, das seinesgleichen suchte. Er blies hier offensichtlich mit den weichesten Lippen, die die Posaunenwelt zu bieten hat, und erzeugte einen samtigen Ton wie ein verliebter Schmusekater. Dieses Stück verzauberte zweifellos Ohren und Sinne aller Zuhörenden. DSC 0146-redDa wurde es einem richtig warm ums Herz. Natürlich ließen sich Pianist Paolo Alderighi und Engelbert Wrobel mit seiner Klarinette nicht lumpen. Alderighi erhob die kontemplative Stimmung mit „Misty“ von Erroll Garner zu einem Konzert der großen Gefühle und Wrobel setzte mit lauschigen Klarinettentönen das cremige Sahnehäubchen obenauf.
Die flotten Sachen wie den durch Louis Armstrong bekannten „Tiger Rag“ oder „Bye Bye Pretty Baby“ von Benny Goodman sorgten dafür, dass auch der Spaß nicht zu kurz kam. Doch als schließlich das Sophisticated Jazz Quartett in der Zugabe „Sentimental Journey“ (Les Brown) vom Stapel ließ, sang ein Großteil der Gäste mit und allen wurde klar: Dieser Jazzabend war ein Abend fürs Gemüt.

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