Glanzvolle 150. Jazz-Session im Bistro Katt

Vier Bands zelebrierten einen denkwürdigen Jazzabend.

dsc_0005Die Erinnerung an diesen Abend im Bistro Katt wird vielen Besuchern lange lebendig bleiben: Wenn am Ende eines zweieinhalbstündigen Jazzkonzertes die Gäste in die stürmisch verlangte, gleichwohl nicht geplante Zugabe mit einstimmen und zusammen mit der Band „Schubiduwa – Wupp“ singen, wenn nach einzelnen Soli „Bravo“-Rufe verbunden mit anerkennendem Beifall aufbrausen, wenn rund um die Bühne die Gäste beinahe andächtig lauschen und immer wieder die anderen um Ruhe bitten, dann ist allen am Ende klar: Sie erlebten eine denkwürdige 150. Jazz Session im Bistro Katt. Organisator Michael Regenbrecht hatte im Vorfeld nicht zu viel versprochen. „Die schnuckeligste Jazzsession in NRW“ zeigte sich von ihrer besten Seite.

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Das Bistro Katt war voll bis zur Halskrause. Die Leute standen bis hinten im Eingangsbereich, rückten an Theke und Tischen näher zusammen und quetschten sich auf Sofas und den dazugehörigen Armlehnen – der Bedienung gelang nur mit Mühen das Durchkommen. Vier Bands aus der näheren Umgebung spielten auf und das allesamt auf sehr hohem Niveau. Jede brillierte durch eigene Charakteristik und markante Persönlichkeit – ein Vergleich zwischen ihnen erübrigt sich. Den Startschuss gab – wie nicht anders zu erwarten – die „Jazz Session All Stars“ mit Musikern, die von Anfang an dabei waren. Sie brachten die zündende Stimmung unters Volk mit dem Cole Porter Hit „Night and Day“. Dieser Titel machte Appetit auf den Abend wie die Austern mit Champagner auf das Luxusmenü: eingängig, exquisit und mit perlendem Prickeln. Kein Wunder: Sollte es doch eine „Ladies Night“ werden. Und die wurde es auch.
Petra Brookland ließ mit ihrem Trio (Gesang, Saxofon, Piano) die Jazz Standards „Cry me a River“ und „Black Coffee“ auf der Zunge zergehen und fesselte die Zuhörer an der langen Leine. Ihr Easy-Listening Schmuse-Jazz klang nach Barmusik morgens um halb drei, wenn beim tanzenden Pärchen die Frage in der Luft steht: „Zu Dir oder zu mir?“ Danach hob Heike Kraske mit der „JK Houseband“ wieder die Lider von Halbmast auf hellwach. Sie brachte mit der eigenen Interpretation des Songs „Feel Like Making Love“ von Roberta Flack angehauchten Funk ins Bistro. Ihr zielsicher eingesetzter Scat-Gesang folgte nahtlos Saxofon-Linien und rief anfeuernde Zwischenrufe auf den Plan. Valeria Laffin mit „Satin Doll“ schwebte anschließend nicht nur mit ihrer Stimme swingend und leichtfüßig stets ein paar Zentimeter über den Boden. Die Band trug sie und folgte ihr mit routinierter, gleichfalls souveräner Gelassenheit wie der Kometenschauer der Elfe. Damit wurde es für alle ein zauberhafter Jazzabend.

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