Mauravann lässt die Sonne Mauritius‘ erstrahlen

DSC_0024Das Publikum im Foyers des Teo Otto Theater brach am Donnerstag einen „Weltrekord“: So nannte auf Englisch Linzy Bacbotte, die Sängerin der Gruppe „Mauravann“ aus Mauritius, den „längste Applaus auf unserer bisherigen Klangkosmos-Tournee“. Und fürwahr: Am Ende lieferten die Besucher im – trotz EM-Spiel der Deutschen – gerammelt vollen Foyers Standing Ovations (beinahe) ohne Ende ab.

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„Mauravann“ genoss es mit sichtlichem Vergnügen – mit breitem Strahle-Lächeln und immer noch den federleichten Rhythmus der Musik im Blut. Die vier Musiker verzauberten mit Songs, Sound und Stimmung die Leute und brachten die Sonne Mauritius‘ nach Remscheid. Sie sangen und begleiteten sich auf der Gitarre und allerlei Percussioninstrumenten – darunter Ravanne, eine mit Ziegenleder bespannte Trommel, und Maravann, eine mit getrockneten Pflanzensamen gefüllte flache, rechteckige Schachtel aus Zuckerrohr. Das tiefe „Bumm-bumm“ der dumpfen Trommel „Doum Doum“ und das helle „Kling-kling“ der Triangel setzten die Akzente dieses beschwingten, sofort in die Beine gehenden Rhythmus. Linzy (Gesang,Ravanne), Samuel Dubois (Gesang, Ravanne), Kerwyn Castel (Ravanne, Maravann, Triangel, Doum Doum) und Emmanuel Desroches (Gitarre, Gesang) spielten so locker und ungezwungen ihre Musik, als spürten sie „am Strand den Sand zwischen ihren Zehen, den lauen Wind im Haar und die Gerüche und Geräusche des Indischen Ozeans im ganzen Körper“. Das alles sei in der Maravann versteckt, sagte Linzy, bewegte die Schachtel im Takt der Trommeln und entlockte ihr ein Meeresrauschen, als sei das Meer nur um die Ecke entfernt. Bereits der Beginn des Auftritt zog alle Besucher in seinen Bann. Während der rasta-lockige Emmanuel („ein Sahneschnittchen“, hauchte eine Besucherin) fast zart einen A-moll Akkord zupfte und Samuel und Kerwyn ihre Trommeln streichelten und dabei leise vor sich hin sangen, erzählte Linzy etwas über Mauritius und ließ in denjenigen, die ihr Englisch verstanden, paradiesische Bilder der Insel im Ozean entstehen. Das Ganze mündete schließlich in ein bewegendes, alle Sinne betörendes Lied, das die Liebe zu ihrer Heimat Mauritius beschwor.
Diese Musik trägt die Bezeichnung „Sega“. Sie geht zurück in die Zeit der Sklaven auf den Zuckerplantagen und spiegelt die Einflüsse dieser Sklaven und ihrer Nachkommen aus allen Herren Länder („Kreolen“) wider. Auch der Blues fehlte nicht. Linzy erklärte, dass es der „sonnige Kreol-Blues“ sei – bestimmt von sonnigen Gemütern trotz widriger Lebensumstände. Diese heitere Multi-Kulti-Atmosphäre überlebte auch den Nachhauseweg.

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