“Classic meets Pop” in Wermelskirchen – ein Bad in Musik und Menge

Was um alles in der Welt wird hier nur gefeiert?
Die gesamte Mehrzweckhalle in Dabringhausen ist komplett aus dem Häuschen. Auf der Bühne schwenkt ein Chor von über 100 Leuten bunte Fähnchen, vor ihnen musizieren noch einmal fast 100 Musiker – Sinfonieorchester, Blasorchester, Cover-Band -, rechts und links der Bühne schwingen kräftige Männerarme die deutsche und englische Flagge, das Publikum in der ausverkauften Halle – geschätzte 1000 Leute – hüpft und wedelt mit bunten Leuchtstäbchen. Und das alles zu „Pomp and Circumstance“, der heimlichen Nationalhymne der Briten. Hier feiert nicht ganz England. Aber ganz Dabringhausen, nein, ganz Wermelskirchen und Umgebung: Das Konzert „Classic meets Pop“ ist in vollem Gange.
An der Spitze das Sinfonieorchester (Leitung Alfred Karnowka, Reinhold Felthaus) und das Blasorchester (Leitung Reinhild Felthaus) der Musikgemeinde Wermelskirchen, die Band „Jokebox“ sowie ein extra hierfür zusammengestellter Projektchor (Leitung Silke Vogel). Zusammen mit JuClassic meets Pop-2ng und Alt im Saal gibt das eine nahezu nicht zu trennende Masse Menschen unter einem Dach, verbunden durch Musik und das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu erleben: Ein Bad in Musik und Menge.

Ein Triumph-Konzert

Die Begeisterung pendelt von Anfang an im oberen grünen Bereich.
Sogar nach vier Stunden Musik verlangen einige noch mehr Zugaben.
Die Reihe der Komponisten reichte von Bach und Beethoven, Händel und Verdi bis hin zu modernen Größen wie Chuck Berry, Bob Geldorf oder auch Ennio Morricone und Arturo Márquez. Nichts kommt zu kurz, auch Humor und Entertainment und sogar ein wenig Sentimentalität fehlen nicht. Bereits der ideale Einstieg „Roll over Beethoven“ mit dem klassischen Anfang der 5. Sinfonie Beethovens – auch das kleine, feine Seitenthema findet seinen Platz – und dem anschließenden „brutalen“ Rockgitarrenintro von Chuck Berry zeigt die Messlatte: gelungene Symbiose von Klassik und (Post-)Moderne. Alle Akteure legen sich ins Zeug. Verdis Triumphmarsch aus „Aida“ kurz vor der Pause liefert ein traumhaftes, bewegendes Zusammenspiel von Sinfonie- und Blasorchester; Reinhold Felthaus dirigiert. Für einige ist es „der Triumph“ dieses Konzertes. Für andere steht das Sister Act-Medley ganz oben, andere halten den „Stücken mit Jokebox“ die Stange. Und natürlich reißt „Music“ von John Miles – die Bühne bebt – sämtliche Besucher von den Stühlen. Alle – von Arrangeur bis Techniker – haben dazu beigetragen, dass die Besucher begeistert nach Hause gehen. Und mancher wird noch darüber nachdenken, dass ihn einige Passagen von Chor, Orchester oder Band direkt ins Herz getroffen haben. Und dass er den Dirigenten Alfred Karnowka – er dirigierte zum letzten Mal – vermissen wird.
[Foto: Jürgen Moll]

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