Die Wahrheit muss raus!

Axel Pätz - Die Ganze Wahrheit

Wie viel Wahrheit ist zu ertragen? Axel Pätz, der norddeutsche “Tastenkabarettist” (Pätz), teilt das Wissen um die Wahrheit auf: Wahrheit light, classic oder premium. Das Publikum in der Katt qualifizierte sich durch den Zuruf richtiger Antonyme auf Adjektive wie “hoch” und “weit” für die ungeteilte brutale Premium-Wahrheit. Wobei anzumerken ist: Pätz scheint sie zu kennen, die ganze ungeschminkte Wahrheit. Ein Alles-Wisser? Oder vielleicht aucapz dgw fotokgz1-kleinh nur ein Besser-Wisser?
Das spielte in seinem Programm “Die Ganze Wahrheit” freilich nur eine untergeordnete Bedeutung. Um alles zu (er)klären reicht eh die Zeit nicht. Also beschränkt er sich - auf unser alltägliches (Er)Leben. Er spricht und singt und grinst und mimt und erläutert erbarmungslos hintergründige Weisheiten über Geburtstrauma, Alters-Demenz, Ikea-Shopping, Bio-Läden, Krabben-Brötchen, familiäre Kommunikation in Google-Zeiten, zivilen Ungehorsam und die Etikette des Umarmens. Sein Credo: “Die Wahrheit muss raus!” Und wenn diese Wahrheiten jemand verinnerlicht hat und trotzdem noch am Leben ist, dann ist er ein Held. Das Publikum wurde so zum kollektiven Helden. Ein Held zu sein - das ist natürlich ein schönes Gefühl. Es macht das Leben ein wenig leichter angesichts der Verhältnisse, in denen wir unser Dasein fristen.

Rabenschwarzer Humor

Pätz läutete das Zeitalter der “Hypo-Real-Ästheten” und der selbst ernannten Bestatter ein, die die eigenen Säuglinge in der Tiefkühltruhe entsorgen. Alles grandios verpackt. Im Schuhplattler-Lied “Baby on the Rocks” bekommt der Ausdruck “Konserv(e)-atorium” eine ganz andere Bedeutung. Es erinnerte in Text und erbarmungsloser Komik an Georg Kreislers Klassiker “Geh mer Tauben vergiften im Park”. Dadurch, dass Pätz die Wahrheiten über die heldischen Zeitgenossen in der Kreditanstalt und vor der Kühltruhe unter ein Thema stellte, hielt er allen den satirischen Spiegel vor: Von wegen, schuld seien immer nur die anderen. In der weiten Bandbreite zwischen abgesahntem Gewinn und fassungslosem Grauen konnte sich jeder irgendwo wiederfinden. Mit Pätz’ rabenschwarzem Humor fiel es allerdings leichter.
Der Kabarettist empfahl Hundekot als “Neurodermitis-Prophylaxe”, banalisierte seine “tüdelige” Mutter zum Gespött der Leute und riet: “Bringen Sie doch mal einfach jemand um!” Angesichts derlei Weisheiten mischte sich zum Lachen schon mal ein Würgen in der Kehle - solche Helden wollen wir natürlich nicht sein. Zum trotzigen Trost möbelte er anschließend sein Publikum in der stürmisch geforderten Zugabe wieder auf: “Morgen gründen wir ‘ne Bank.” Das Publikum freute sich diebisch darüber - und lief blindlings in die Pätz-Falle. So viel besser wie die anderen sind wir vermutlich gar nicht: Und das ist Pätz’ “Ganze Wahrheit”.
Foto: Thomas Häntzschel, Rostock
Auftritt: Wermelskirchen, Kattwinkelsche Fabrik, Freitag, 13. Januar
www.axelpaetz.de

Rätselhafte Reise ins Turtleland

Phishbacher - Journey to Turtleland

Rätsel sind angesagt bei diesem Album “Journey to Turtleland” von Phishbacher. Um den Namen der Band zu verstehen, muss er gehört werden. Dann klingt’s wie “Fischbacher” - und genau so heißt er auch, der Jazz-Pianist und Bandgründer Walter Fischbacher. Geboren in Österreich, lebt er nach seinem abgeschlossenen Studium - Klassisches Piano, Komposition und Jazz-Piano - seit 1994 in New York. Dort hat er in der Szene einen klangvollen Namen. Bei uns gibt’s noch Entwicklungsmöglichkeiten.
Cover Journey to Turtleland
Ein Österreicher, der mit dem Keyboard im Jazz Furore macht - das hatten wir doch schon mal. Richtig: Joe Zawinul, Tastenmann bei Weather Report und Komponist solcher Dauerbrenner wie “Mercy, Mercy, Mercy” und “Birdland”. Sehr oft stellt sich der weltweite Erfolg ein, kommt der Künstler mit seinem Werk um die richtige Ecke. Diese Ecke scheint Walter Fischbacher noch zu suchen. An der technischen musikalischen Finesse seines neuesten Albums “Journey to Turtleland” wird es wohl nicht liegen. Dafür ist es einfach zu gut gemacht.

Zusammen mit Goran Vujic (bass) und Ulf Stricker (drums) liefert Fischbacher mit europäischer Gründlichkeit ein Fusion-Album ab, das Herz und Sinn gleichermaßen entzückt. Auf Track Drei, “Media Luna”, verstärken Pete McCann (guit) und Max Klaas (perc) die atmosphärische Dichte, im neunten Stück, “Froggy Style”, ist der Gitarrist Axel Fischbacher - die beiden Fischbachers sind nicht miteinander verwandt - zu hören. Alles in allem leben alle elf Stücke vom dynamisch-treibenden Spiel der tiefen Töne - Bass und Keyboard in gleichem Maße. Vom Bassisten Goran Vujic stammt auch sinnigerweise das Stück “Bass Killer”, die anderen hat Walter Fischbacher geschrieben. Sein Keyboard-Spiel hat von jedem etwas, ohne im Einerlei zu versinken. Wunderschöne, beinahe lyrische Sequenzen wechseln sich zum abgezirkelten Zeitpunkt mit filigran-virtuosem Gedudel ab - die Band geht mit, und heraus kommt Musik zum Zuhören, zum Mitgehen, zum intellektuellen, verständnisreichen Kopfnicken, zum biegsamen Lächeln. Dabei gibt der Bass weitreichend den Rhythmus an, Drummer Stricker liefert dazu die notwendigen und markanten Akzente.

Zu allem mundet der samtige Rotwein genau so wie das herbe, allerdings gepflegte Pils. Wie bei den Getränken, schmeckt auch dieses Album am besten, wird es mit Aufmerksamkeit genossen. Sonst kann es zum Mysterium werden.
Schwieriger als die Bedeutung des Bandnamens gestaltet sich die Lösung des Rätsels, das im kryptischen Titel “Reise ins Schildkrötenland” (deutsch) verborgen ist. “Turtleland” ist doch hoffentlich nicht eine mickrige Insel im “Birdland”? Noch schleierhafter ist das Cover: Irgendwer beamt ein Mädel in die Lüfte, und der Hund, dieser Köter, schaut einfach nur zu.
Hoffen wir, dass diese Rätsel zu einem guten Omen führen - dann findet sich ja vielleicht noch die richtige Ecke für ganz großes Glanz und Gloria.

Phishbacher - Journey to Turtleland

Walter Fischbacher (keys) - Goran Vujic (bass) - Ulf Stricker (drums)
feat: Pete McCann, guit (track 3) - Max Klaas, perc (track 3) - Axel Fischbacher, guit (track 9)
Titel:
1. Kyrillian Predator 2:45 - 2. Single B 6:03 - 3. Media Luna 5:59 - 4. Turtleland 6:55 - 5. Lulu’s Revenge 8:48 - 6. Almost Number One 6:08 - 7. Undo This! 7:50 - 8. Bass Killer 8:29 - 9. Froggy Style 5:21 - 10. Timeless 7:24 - 11. EZ Breezie 8:37

www.walterfischbacher.com - www.popup-records.de - www.in-akustik.de

Neuartiges Servicebuch für die Wirtschaft präsentiert das Bergische Städtedreieck

Welche Highlights hat die Wirtschaftsregion Wuppertal-Solingen-Remscheid zu bieten?

Ein neuartiges “Servicebuch für die Wirtschaft” gibt Auskunft. Es liefert auf 200 Seiten detaillierte Informationen über die wirtschaftlichen, kulturellen und landschaftlichen Attrbergisches stadtdreieck grossaktionen des Bergischen Städtedreiecks.

Mit umfangreichen Infos und Kontaktdaten - Adressen, Telefonnummern und Websites - wichtiger Ansprechpartner und Institutionen bietet dieses Servicebuch ein wichtiges Nachschlagewerk für die Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen, für die Suche nach einem neuen Unternehmens-Standort sowie nach einem geeigneten, attraktiven Arbeitsplatz.

Aber auch gestandene Bergische und “Dahergelopene” dürften viele Tipps schätzen und neue Gesichtspunkte und Perspektiven gewahr werden.

Das Buch ist entstanden unter der Federführung des Verlages Kommunikation & Wirtschaft; Projektpartner ist die Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid.

Der Verlag schreibt: “Die informativen Texte stammen allesamt aus der Feder der drei erfahrenen und kompetenten Journalisten Stefanie Bona, Bernd Geisler und Valeska von Dolega, die selbst in der Region leben. In mehr als 20 Einzelbeiträgen liefern sie einen kompakten Überblick über die Stärken und wirtschaftlichen Potenziale des Bergischen Städtedreiecks, informieren über seine kulturelle Vielfalt und veranschaulichen auf charmante Art und Weise, was das Bergische Städtedreieck und die hier lebenden Menschen so besonders macht.”

Das Servicebuch ist zweisprachig (deutsch/englisch) gehalten und verfügt über umfangreiche Illustrationen.

Buchbestellung bei:

Verlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH
Verlagsbereich Regionalmedien
Baumschulenweg 28
26127 Oldenburg
Fon: 0441 9353-138
info@kuw.de

Bergisches Gitarrenfestival 2012 - von Bach bis BeatBox

Das Bergische Gitarrenfestival in der Akademie Remscheid verbindet musikalische Welten. Klassik, Neue Musik, Pop und Rock sowie Jazz bauen Brücken zueinander bei Musikern und Zuhörern.

Rund 30 Gitarren erklangen zum Abschluss des Bergischen Gitarrenfestivals. Da zupfte die ganz junge Gitarristin neben dem alten Dozentenhasen und der klassische Saitenzupfer zusammen mit dem rockigen Saitenquäler die Ensemble-Version eines amerikanischen Traditionals. Vorne dirigierte der musikalische Leiter des Festivals, PICT6433-kleinProfessor Dieter Kreidler. Er hatte wie immer alles im lockeren Griff und lieferte mit seinem Ensemble traditionell DEN emotionalen Höhepunkt dieser Seminarwoche.

Kreative Atmosphäre

Musik verbindet. Diese Sprache versteht jeder. Sie bildet das Fundament der äußerst kreativen Atmosphäre, die zwischen Teilnehmer und (Gast-)Dozenten herrscht. Berührungsangst? Nicht vorhanden. Der progressive Jazzer widmet sich dem blutigen Anfänger mit der gleichen Intensität wie der Musikprofessor seinem Meisterschüler. Nur so sind die Höchstleistungen zu erklären, wie sie während der einzelnen Konzerte geboten wurden. Bereits die Talentshow mit sechs jungen Preisträgern renommierter Wettbewerbe zeigte sowohl im Klassik- als auch im Jazz- und Rock-Bereich bemerkenswert und über alle Maßen vielversprechend, was wir in Zukunft vom Gitarrenspiel erwarten können.

Sensationelle Guitar Night

Keine Frage, dass die Dozenten in der Guitar Night “Sensationelles” (Professor Alfred Eickholt) lieferten. Professor Gerhard Reichenbach, das Remscheider Ensemble Saitenwind, der Konzertgitarrist Goran Krivokapic sowie das Duo Sabine Kühlich (Gesang, Saxofon) und “Mr.Groove” Adam Rafferty (Gitarre) boten für Sinn und Seele gleichermaßen grandiose kreative und virtuose Kost. Bach wurde bei Reichenbach zur sinnlichen Erfahrung, Saitenwind lieferte anschließend die coolen intellektuellen Schauer, Krivokapic entfachte mit Werthmüllers “Variationen” heimliche Atemlosigkeit, und Kühlich und Rafferty rissen die Leute mit Jazz-Gesang, Saxofon und One-Man-Band-Show inklusive BeatBoxen buchstäblich von den Stühlen.

Im nächsten Jahr sind wir wieder mit dabei.

Alle Jahre wieder

An den Weihnachtsmann

von Bernd Geisler

Geschafft hat Hausfrau alle Kaufhaustage. Es brennt
die Kerze jetzt zu viert. Es war Advent.
Doch jetzt kommt höchste Festtagswonne,
der Mond scheint hoch, und nicht die Sonne,
Knecht Ruprecht schultert seine Rute,
er steigt aufs Rentier, nicht auf Stute,
und coca-cola-rot erscheint der Weihnachtsmann,
tut allen Kindern etwas an.

Natürlich nicht auf sexuelle Weise,
sondern lieb und brav und mit viel Güte,
er schultert seinen Sack zur Schenkungsreise,
hat viele Sachen in der Tüte,
doch meistens ärgern alle Kinder sich,
fluchen, schrei’n und gotteslästerlich
beschimpfen sie den braven Mann
“Was hast du uns nur angetan?”

Wir wollten Fotohandys, Ballerspiele,
Piercingketten, Kondome für die Minne,
Computer, Kohle auf die Kralle, viele
trendy Sachen, ‘Herr der Ringe’,
Elektroroller, Markenstoffe vom Designer,
mindestens vier Kästen Pichelsteiner.
Doch meistens finden wir als Gaben,
was Eltern nützlich finden und sich denken:
“Das sollten unsre Kleinen haben,
das musst du ihnen schenken!”

Daraus folgt es messerscharf,
dass, - Weihnachtsmann, du glaubst es nicht! -
was nicht sein kann, das nicht sein darf,
dich gibt es nicht: Du lügst, du Bösewicht!
Es wär’ das Richt’ge hier auf Erden,
anstatt die Kinder wahllos zu beschenken,
Krieg und Unrecht loszuwerden
und des Nächsten zu gedenken.

Geschichten schreiben: locker, leicht, leger

Geschichten schreiben - ein ganzes Wochenende!

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Der Schreib-Workshop in Varel an der Nordsee ist zum zweiten Mal geplant vom Freitag, 21. Oktober, bis Sonntag, 23. Oktober.

 

 

 

 

Weitere Infos und Anmeldung hier:
www.lebenssinne.de/veranstaltungen/kreatives/probe/

Jan Bresinski zu Gast beim 10. Berliner Salon “IKASIA”

Es gibt Künstler, die überzeugen mit großen Ausstellungen. Jan Bresinski überzeugte mit drei Bildern und einem Querschnitt durch sein Leben. Viel mehr Platz hätte er auch nicht in Anspruch nehmen können. Der Berliner Salon “IKASIA” von Monika und Hans Walter Händeler in Wermelskirchen platzte aus allen Nähten.

Jan Bresinski-20110217 5361-kleinJan Bresinski (54) studierte Malerei und Graphik an der Krakauer Kunstakademie und arbeitet seit seinem Diplom 1979 als freischaffender Künstler. Seit 1985 lebt und arbeitet er in Deutschland, derzeit in Eitorf-Windeck. Sein Ideenreichtum kennt keine Grenzen. Neben Malerei, Zeichnung, Graphik und Land-Art gestaltet er Bühnenbilder und Innenräume, und lässt auch schon mal eine spektakuläre Kunstaktion (”Kunst im Fluss” 1999 Herchen/Sieg) vom Stapel. Außerdem lehrt er Zeichnen in Eitorf und veranstaltet Workshops in Italien. Und jetzt gab er am Donnerstag, 19. Mai 2011, in Wermelskirchen anhand seiner Werke einen Einblick in sein Verständnis von Kunst.Jan Bresinski-20110217 5363-klein

“Ein Highlight!”, sagte Monika Händeler. Und ein Glücksgriff dazu - feierten doch die Händelers mit ihren Freunden und Gästen ein Jubiläum: IKASIA fand zum 10. Mal statt! “An solch einen Erfolg habe ich beim ersten Salon im August 2008 nicht einmal zu denken gewagt”, sagte die kunstbegeisterte Idealistin. Sie hatte bei IKASIA bereits Berthold Welter (Bildhauer), Lilly Liebig (Glasschmuck-Künstlerin), Regis Noel (Maler, Aktionskünstler), Lydia Weber (Malerin) sowie Jens Kalkhorst (Intendant Taltontheater Wuppertal) zu Gast.

Die nächsten Berliner Salons im Hause Händeler werden wohl ohne Warteliste nicht mehr auskommen. Deswegen: Schon mal in weiser Voraussicht voranmelden bei monikahaendeler@googlemail.com.

Fotos: Jan Bresinski

Workshop “Nordseeferiengeschichten schreiben” an der Nordsee

Am Wochenende Freitag, 29. Juli, bis Sonntag, 31. Juli, leite ich den Schreibworkshop “Nordseeferiengeschichten schreiben” im LebensSinne-Zentrum Varel.

Worum geht’s dabei? Die Teilnehmer sollen Geschichten schreiben, die ihnen gefallen:
von Krimi- bis Kurz-Geschichte, von launig über lustig bis leger, von tief- über trüb-sinnig bis traurig.

Der Workshop behandelt Ideenfindung, Figurenentwicklung, Dramaturgie, Erzählperspektive, Stil und Schönheit, Form und Inhalt.

Ein Wochenende für Schreib-Lustige und Schreib-Süchtige, für Anfänger und Profis - für alle, denen Schreiben Spaß macht.

Der Clou: Jeder Teilnehmer geht mit einem Leitfaden nach Hause, mit dessen Hilfe er beinahe wie von selbst ein Figuren- und Handlungs-Gerüst erstellen kann.

Mehr Infos unter www.lebenssinne.de/veranstaltungen/kreatives/probe/

Termin:
Freitag, 29.07.2011, 14:00 - 20:00 Uhr
Sonnabend, 31.07.2011, 10:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 20:00 Uhr
Sonntag, 31.07.2011, 10:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
insgesamt 20 Stunden

Mindestens 7, maximal 10 Teilnehmer

Kosten:
175,00 € inkl. Mwst. ohne Übernachtung
280,00 € inkl. Mwst. inkl. 2 Übernachtungen/Halbpension im guten Mittelklassehotel
380,00 € inkl. Mwst. inkl. 2 Übernachtungen/Halbpension im ****Hotel

Anmeldung
unter Tel. 04454 969986 oder über Internet www.lebenssinne.de/kontakt/

Wein und Wissen

Jochen Krieger bietet in seinem “Wein Vergnügen” in Wuppertal nicht nur Wein, sondern auch das Wissen dazu. Und das mit dem größten Vergnügen - für seine Gäste und für ihn.

Wein genießen - das ist nicht der erste Gedanke, der einem Bergischen zu Wuppertal einfällt. Jochen Krieger (70) will das ändern. Nicht missionarisch, sondern mit Vergnügen. Seit dem 2. November 2010 offeriert er am Laurentiusplatz vergnügliche Weinabende mit den passenden Weinen. “Ich habe meine Weinlounge ‚Wein Vergnügen’ genannt”, sagt er. Das werde getrennt geschrieben, weil Wein sehr stark mit Gefühlen verknüpft sei - er bereite Vergnügen. Vor allen Dingen ihm - dem Remscheider und ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter einer Werbeagentur, jetzt im Ruhestand.

Qualifizierter Weindozent

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Der Weg zum Weinexperten war für ihn kein schwieriger: Krieger wohnte neun Jahre lang in einem Winzerdorf in der Pfalz. Dort lernte er nicht nur viel über den Wein, sondern ihn auch lieben. Wein mit allem, was dazu gehört, wurde zu seinem Hobby. Was lag also näher, als im Ruhestand sein Wissen noch zu vertiefen und zur Berufung zu erklären? Er qualifizierte sich am Deutschen Weininstitut zum Weindozenten, bildete sich in Degustationsseminaren weiter und bereiste die wichtigsten Weinbauregionen Europas. Seit ein paar Jahren lehrt er an den Volkshochschulen in Wuppertal, Remscheid und Solingen “Weinkultur und Weinvergnügen”.(Foto: Jochen Krieger)

Er liefert darin einen Einstieg in das Kulturwissen um den Wein. Das sei gut für alle, die den Wein nicht nur trinken, sondern dabei auch mitreden wollen, und natürlich für diejenigen, die passende Weine für entsprechende Gelegenheiten auswählen müssen. Er habe festgestellt, dass der Bergische Nachholbedarf in Sachen Wein habe, sagt er.

Nicht nur “Göttertrank”

Deswegen bietet er im “Wein Vergnügen” eine Bandbreite unterschiedlicher Themen an, die verblüfft. Nicht nur, dass er selbst die 1 000 Kilometer des Jakobsweges von Lourdes bis Santiago de Compostela gepilgert ist und über die Weine entlang dieses Pilgerpfades sehr viel erzählen kann - in seinen “Wein Events” geht es auch um solche schmackhaften Themen wie Mess- und Altarweine, gesunder Wein, Weine wie Blumen (Rosen, Veilchen, Maiglöckchen) für Nase und Gaumen, Sherry, seltene Reben, Wein in der Literatur und Musik (”Göttertrank”) sowie Weine aus Afrika.
Natürlich kredenzt Jochen Krieger dazu die entsprechenden Kostproben. Er erzählt von seinen Weinabenden blumenreich und mit launiger Stimme. Allein die Ankündigung der Events fasziniert. Mehr noch - das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Alle Termine gibt’s stets aktuell auf seiner Internet-Seite Wein-Vergnügen. Ein allgemeiner Tipp des Weinexperten sei bereits jetzt verraten: Regeln wie “Weißwein zu Fisch” seien Quatsch, sagt er. Er empfehle einen schweren Weißwein auch zu einem dunklen Braten.

Grandioser Gitarren-Jazz mit Ali Claudi

Weiberfastnacht hin, Weiberfastnacht her - für die Jazzfreunde war die Jazz Session im Bistro Katt am 3. März eindeutig die bessere Wahl. Kein geringerer als Ali Claudi (68), einer der nachhaltigsten Gitarristen in der deutschen Jazzszene, spielte zur Freude aller Besucher erfrischenden und doch zeitlosen, virtuosen und gefühlvollen Jazz auf seiner fetten Archtop-Gitarre.

Ali und die Gitarre

Ali Claudi-Klein

Ein echtes Sahnestück, wie er mir nach dem Konzert erzählte. Kein Wunder, hat sich Ali Claudi auch als “Tuner” der dickbauchigen Archtop-Gitarre einen Namen gemacht. Mit nur einem Tonabnehmer und lediglich mit Lautstärkeregler ausgestattet, wurde die Gitarre wie Wachs in seinen Händen. Das Gefühl, als wolle sie ihrem Meister beinahe devot zu Willen zu sein, ließ Licks und Läufe, Harmonien und Rhythmik zu einem Ganzen verschmelzen - ein sinnliches Erlebnis. Zusammen mit dem fantastischen Hans-Günther Adam (Hammond Keyboards nebst Pedalbass) und dem in der Umgebung bestens bekannten Schlagzeuger Michael Krautstein - immer ein guter Tipp für jede (Jazz-)Session - lieferte Ali Claudi ein grandioses Jazz-Trio-Konzert ab, das noch lange in der Erinnerung der Wermelskirchener Jazzfreunde bleiben wird. (Foto: Günther Krol)

Musik zum Anfassen

“Die Atmosphäre hier im Katt Bistro ist fantastisch und inspirierend”, sagte Ali. Das war zu hören. Er erreichte mit seinem Spiel und seiner Stimme auch die Ohren fernab jeglichen Jazz-Elitebewusstseins. Die Interpretation solcher Dauerbrenner wie “Georgia on My Mind” (Hoagy Carmichael) und - natürlich - “Take the A-Train” (Billy Strayhorn) zeigten, wie er es schaffte, alle Besucher zu begeistern. “Ich spiele für die Zuhörer, nicht für die Musiker”, erklärte er sein durchgängiges musikalisches Konzept. Und wahrlich: Keine ins Harmoniegerüst hineingepressten Fingerbrech-Akkorde blockierten schräg-künstlerisch wie ein einbetonierter Gartenzaun den Weg der Melodien, sondern hier und da glitt ihm ein “normaler” Septimenakkord vom Griffbrett, der jedem Gitarrenschüler nach den ersten Gehversuchen auch gelingt. Musik zum Anfassen, wie geschaffen fürs Bistro Katt.

Blues-Wurzeln

Claudis musikalische Wurzeln gründen im Blues. Das war zu hören. Die Band begann mit einem Blues, und ein Blues beendete auch ihr Konzert. Der Gitarrist kennt sich nach eigenen Worten in allen Stilrichtungen des Jazz aus und ist im Laufe seiner über 5000 Konzerte mit vielen internationalen Jazzgrößen aufgetreten. Und jetzt hat er also auch in Wermelskirchen gespielt. Da ist Jazzsession-Organisator Michael Regenbrecht ein ganz großer Wurf gelungen.

Weitere Termine

27.3. Mühlheim Kloster Saarn 19.30 Uhr
7.4. Rheydt Vitrine Schmölder Park 19.30 Uhr
23.4. Düsseldorf, Aachener Platz - Trödel 11.30 Uhr
24.4. Hamm, Louis Bar Oststr 14 12.00 Uhr